Die Kostenbestandteile
Eine Baugrube besteht aus mehr als Baggerstunden. In einem vollständigen Angebot finden Sie typischerweise: Abstecken und Höhenkontrolle, Abtragen des Oberbodens, Lösen und Laden des Aushubs, Transport, Entsorgung oder Verwertung, gegebenenfalls Verbau und Wasserhaltung sowie später das Verfüllen des Arbeitsraums.
Bei Kellerbaugruben macht die Entsorgung häufig den größten Kostenblock aus. Der Preis je Tonne hängt davon ab, wie der Boden nach Ersatzbaustoffverordnung eingestuft wird – sauberer Sand ist deutlich günstiger als Boden mit Bauschutt oder erhöhten Schadstoffwerten.
Das Volumen richtig berechnen
Die Baugrube ist größer als der Keller. Zur Grundfläche des Hauses kommt ein Arbeitsraum von meist 0,5 bis 1 Meter je Seite hinzu, damit Abdichtung und Drainage angebracht werden können. Ist die Baugrube tiefer als 1,25 Meter und nicht verbaut, muss sie nach DIN 4124 geböscht werden – in Sand mit höchstens 45 Grad. Dadurch wächst die Öffnung oben um die Tiefe der Grube auf jeder Seite.
Rechenbeispiel: Ein Keller mit 10 × 12 Metern und 2,8 Metern Aushubtiefe. Mit 0,8 Meter Arbeitsraum misst die Sohle 11,6 × 13,6 Meter. Mit 45-Grad-Böschung ist die Grube oben 17,2 × 19,2 Meter groß. Das ergibt rund 670 Kubikmeter Aushub – fast das Doppelte dessen, was die reine Kellerfläche vermuten lässt. Bei 1,7 bis 1,9 Tonnen je Kubikmeter sind das etwa 1.150 bis 1.250 Tonnen Boden.
| Position | Richtwert / Angabe |
|---|---|
| Kellergrundfläche | 10 × 12 m |
| Aushubtiefe | 2,8 m |
| Sohle mit Arbeitsraum 0,8 m | 11,6 × 13,6 m |
| Oberkante mit 45°-Böschung | 17,2 × 19,2 m |
| Aushubvolumen | ca. 670 m³ |
| Masse (1,7–1,9 t/m³) | ca. 1.150–1.250 t |
Richtwerte aus Kostenübersichten
Ältere Kostenübersichten (2022) nennen für das Ausheben 20 bis 100 Euro pro Kubikmeter je nach Boden und Grundwasser, für die Entsorgung zusätzlich 15 bis 50 Euro pro Kubikmeter und für das Wiederverfüllen und Verdichten 15 bis 50 Euro pro Kubikmeter. Seitdem sind vor allem die Entsorgungs- und Transportpreise gestiegen. Nehmen Sie diese Werte als grobe Orientierung und lassen Sie sich die Positionen im Angebot getrennt ausweisen.
| Position | Richtwert / Angabe |
|---|---|
| Aushub lösen und laden | ca. 20–100 €/m³ (Stand 2022) |
| Entsorgung | ca. 15–50 €/m³ (Stand 2022, heute oft höher) |
| Verfüllen und Verdichten | ca. 15–50 €/m³ (Stand 2022) |
| Planum herstellen | ca. 3–8 €/m² (Stand 2022) |
Was die Kosten in Berlin treibt
Grundwasser: Im Berliner Urstromtal steht es vielerorts nur zwei bis vier Meter unter Gelände. Eine Grundwasserabsenkung braucht eine wasserbehördliche Erlaubnis und kostet je Betriebstag. Platz: In der Innenstadt fehlt der Raum für Böschungen, dann wird verbaut. Boden: Auffüllungen mit Bauschutt – in Berlin nach Krieg und Abriss häufig – verschlechtern die Einstufung und erhöhen die Entsorgungskosten.
So senken Sie die Kosten
Lassen Sie den Boden vor dem Aushub beproben – dann gibt es keine teuren Überraschungen auf der Halde. Prüfen Sie, wie viel Aushub auf dem Grundstück bleiben kann, etwa für das Verfüllen des Arbeitsraums oder die Geländemodellierung. Und lassen Sie Aushub, Transport und Entsorgung aus einer Hand anbieten: Wartezeiten zwischen Bagger und Fremd-Lkw kosten Geld.
Hinweis: Preisangaben sind Richtwerte aus aktuellen Kostenübersichten und ersetzen kein Angebot. Rechtliche Angaben nach Stand der Veröffentlichung, ohne Gewähr – maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Auskünfte der Behörden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Baugrube für ein Einfamilienhaus ohne Keller?
Für eine Bodenplatte wird meist nur 40 bis 80 Zentimeter tief ausgekoffert. Die Kosten liegen deshalb deutlich unter denen einer Kellerbaugrube – oft im niedrigen fünfstelligen oder hohen vierstelligen Bereich, abhängig von Fläche und Entsorgung.
Wer beauftragt die Bodenanalyse?
Meist der Bauherr oder sein Planer. Wir organisieren die Beprobung auf Wunsch mit.
Ist der Aushub in der Bauleistung des Hausherstellers enthalten?
Häufig nicht. Prüfen Sie die Bau- und Leistungsbeschreibung genau – Erdarbeiten und Entsorgung sind oft Eigenleistung des Bauherrn.

