Aushub ist Abfall – sobald er das Grundstück verlässt
Boden, der auf dem Grundstück wieder eingebaut wird, bleibt Boden. Verlässt er die Baustelle, gilt er in der Regel als Abfall und muss ordnungsgemäß verwertet oder beseitigt werden. Einfach irgendwo abkippen ist verboten – auch wenn der Boden sauber aussieht.
Die Ersatzbaustoffverordnung seit August 2023
Seit dem 1. August 2023 gilt bundesweit die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) als Teil der sogenannten Mantelverordnung. Sie ersetzt die vorherigen Landesregeln und legt fest, unter welchen Bedingungen Bodenmaterial und andere mineralische Stoffe verwertet werden dürfen. Bodenmaterial wird dafür anhand von Laboranalysen in Materialklassen eingeteilt.
| Position | Richtwert / Angabe |
|---|---|
| BM-0 | unbelastetes Bodenmaterial (Sand, Lehm/Schluff, Ton) – breiteste Verwertung |
| BM-0* | gering belastet, eingeschränkte Verwertung |
| BM-F0* | mit Fremdbestandteilen, eingeschränkt verwertbar |
| BM-F1 bis BM-F3 | zunehmend belastet – Verwertung nur in technischen Bauwerken mit Auflagen |
| Nicht verwertbar | Deponie der passenden Deponieklasse (DK 0 bis DK III) |
So läuft die Beprobung
Ohne Analyse nimmt kaum eine Anlage Boden an. Bei größeren Mengen wird der Boden vor dem Aushub über Schürfe oder Sondierungen beprobt, bei kleineren Mengen auf der Halde nach festgelegten Probenahmeregeln. Ein Labor untersucht die Proben; der Prüfbericht ist die Grundlage für Annahmeangebote der Verwertungsanlagen und Deponien. Planen Sie dafür einige Werktage ein.
Wovon die Kosten abhängen
Die Entsorgungskosten setzen sich aus Laden, Transport, Analyse und Annahmegebühr zusammen. Die Annahmegebühr je Tonne hängt fast vollständig von der Materialklasse ab: Sauberer Sand der Klasse BM-0 ist am günstigsten, Boden mit Bauschutt, Schlacke oder erhöhten Schadstoffwerten wird schnell um ein Vielfaches teurer. Hinzu kommt die Entfernung zur Anlage.
Wichtig für die Kalkulation: Abgerechnet wird nach Gewicht. Ein Kubikmeter gewachsener Boden wiegt je nach Art und Feuchte etwa 1,6 bis 2 Tonnen. Wer in Kubikmetern plant, unterschätzt die Kosten leicht.
Fünf Wege, die Kosten zu senken
1. Früh beproben, damit keine Halde wochenlang auf ihr Ergebnis wartet. 2. Getrennt ausheben: Oberboden, sauberen Sand und Auffüllungen nicht vermischen – eine kleine belastete Menge kann sonst den ganzen Haufen verteuern. 3. Vor Ort wiederverwenden, etwa zum Verfüllen oder Modellieren. 4. Transporte bündeln: Der Lkw, der Schotter bringt, nimmt Aushub mit. 5. Angebote vergleichen, bei denen Laden, Transport und Annahme getrennt ausgewiesen sind.
Hinweis: Preisangaben sind Richtwerte aus aktuellen Kostenübersichten und ersetzen kein Angebot. Rechtliche Angaben nach Stand der Veröffentlichung, ohne Gewähr – maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Auskünfte der Behörden.
Häufige Fragen
Was kostet die Entsorgung von einer Tonne Erdaushub?
Das hängt fast vollständig von der Materialklasse und der Entfernung zur Anlage ab. Unbelasteter Sand ist vergleichsweise günstig, belasteter Boden kann ein Vielfaches kosten. Ein belastbarer Preis ist erst mit Analyse möglich.
Brauche ich für kleine Mengen eine Analyse?
Viele Anlagen verlangen auch für kleine Mengen eine Deklaration. Für sehr kleine Mengen gibt es teils vereinfachte Verfahren – fragen Sie uns.
Wer ist für die Einstufung verantwortlich?
Der Abfallerzeuger – in der Regel der Bauherr. Wir übernehmen die Organisation von Beprobung, Transport und Nachweisen.


