Der Aufbau von unten nach oben
Eine Pflasterfläche besteht aus mehreren Schichten. Ganz unten liegt das Planum – der verdichtete, profilgerechte Untergrund. Darauf folgt die Frostschutzschicht, die Wasser ableitet und Frosthebungen verhindert. Darüber liegt die Tragschicht aus Schotter, die die Lasten verteilt. Obenauf kommen die Bettung aus Splitt oder Brechsand und schließlich die Pflastersteine. Bei leichten Flächen können Frostschutz- und Tragschicht zu einer Schicht zusammengefasst werden.
Schichtdicken nach Nutzung
Die Dicke des Aufbaus hängt von der Belastung ab. Die folgenden Werte sind übliche Richtwerte für normale, frostunempfindliche bis mäßig frostempfindliche Böden. Bei bindigen Böden, hohen Lasten oder öffentlichen Flächen gelten die Vorgaben von RStO und ZTV Pflaster-StB beziehungsweise der Planung.
| Position | Richtwert / Angabe |
|---|---|
| Terrasse / Gartenweg (begehbar) | Gesamtaufbau ca. 20–30 cm, Steine 4–6 cm |
| Pkw-Einfahrt / Stellplatz | Gesamtaufbau ca. 35–45 cm, Steine mind. 8 cm |
| Frostschutzschicht Pkw-Einfahrt | mind. ca. 20 cm, z. B. 0/45, verdichtet |
| Tragschicht Pkw-Einfahrt | ca. 10–15 cm, z. B. Schotter 0/32 |
| Bettung | ca. 3–5 cm, z. B. Splitt 2/5 |
| Lkw-Flächen | deutlich stärker, Steine 10 cm, nach Planung |
Verdichtung: Jede Lage einzeln
Schotter verdichtet man nicht in einem Zug. Jede Lage wird einzeln eingebaut und mit Rüttelplatte oder Walze verdichtet, bevor die nächste kommt. Ob die Tragfähigkeit reicht, zeigt der statische Plattendruckversuch nach DIN 18134. Für das Planum unter Verkehrsflächen wird üblicherweise ein Verformungsmodul von mindestens 45 MN/m² gefordert, für die Tragschicht je nach Belastung deutlich mehr.
Gefälle und Entwässerung
Pflasterflächen brauchen ein Gefälle, damit Wasser abläuft – üblich sind etwa 2,5 Prozent, immer vom Gebäude weg. Das Gefälle wird schon im Planum angelegt, nicht erst in der Bettung. Vor Garagen und Toren fängt eine Rinne das Wasser ab. Bei wasserdurchlässigen Belägen muss auch der Unterbau durchlässig sein, sonst staut sich das Wasser.
Randeinfassung: Damit nichts wandert
Pflaster braucht ein festes Widerlager. Bordsteine, Tiefborde oder Rasenkanten werden in Beton mit Rückenstütze gesetzt. Fehlt die Einfassung, wandern die Randsteine unter Last nach außen, die Fugen öffnen sich und die Fläche verliert ihren Halt.
Die häufigsten Fehler
Zu dünner Unterbau, falsche Körnung (zum Beispiel Sand statt Schotter als Tragschicht), eine zu dicke Bettung, die sich nachträglich setzt, fehlendes Gefälle im Planum, 6-Zentimeter-Steine auf befahrenen Flächen und eine Einfassung ohne Betonrückenstütze. Fast alle diese Fehler sieht man erst nach ein bis zwei Wintern – dann ist die Reparatur teuer.
Hinweis: Preisangaben sind Richtwerte aus aktuellen Kostenübersichten und ersetzen kein Angebot. Rechtliche Angaben nach Stand der Veröffentlichung, ohne Gewähr – maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Auskünfte der Behörden.
Häufige Fragen
Kann ich Recyclingmaterial als Unterbau nehmen?
Für Tragschichten kann geeignetes RC-Material verwendet werden. Ob und wo es eingebaut werden darf, regelt die Ersatzbaustoffverordnung. Für Gärten empfehlen wir Naturmaterial.
Wie dick muss die Splittbettung sein?
Nach dem Abrütteln etwa 3 bis 5 Zentimeter. Zu dicke Bettungen setzen sich unter Last und führen zu Spurrillen.
Muss der Unterbau geprüft werden?
Bei privaten Flächen ist es kein Muss, bei öffentlichen und gewerblichen Flächen meist Vorgabe. Ein Plattendruckversuch gibt Sicherheit, bevor gepflastert wird.



